Pressestimmen zur Biografie

Katinka Fischer: Sanddornsaft für Schmidt-Rottluff

… Marian Stein-Steinfeld … ist im Hofheimer „Blauen Haus“ aufgewachsen … und verwaltet außerdem den Nachlass. Sie hatte direkten Zugriff auf einen offenbar immensen Fundus an Fotografien, Briefen, Gästebüchern und ähnlichen Dokumenten, die sie akribisch ausgewertet hat und von denen zahlreiche Beispiele nun auch das Buch illustrieren. …
Stein-Steinfeld berichtet freilich nicht allein „aus persönlichem Blickwinkel“ über eine ungewöhnlich moderne und souveräne Frau, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfemte Künstler beherbergte, deren Werke heimlich in ihrer Berliner Atelierwohnung ausstellte und von 1947 an auch in ihrem Frankfurter Kunstkabinett an der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts mitschrieb. Die privaten Erinnerungen beschränken sich nur auf die ersten 20 Seiten. Aus beinahe wissenschaftlicher Distanz blättern die mehr als 350 folgenden Seiten Hanna Bekker vom Raths Leben und Wirken auf. …
Stein-Steinfelds minutiöse, in zehn Kapitel gegliederte Schilderung lässt Bekker vom Raths Entschlossenheit, ihre aufrechte Haltung und auch ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein als folgerichte Entwicklung erscheinen. Das dafür nötige Selbstbewusstsein und der Drang nach einer – auch ihrem Umfeld stets gewährten Freiheit war in ihr angelegt. …
Die Biografie kommt gerade im Hinblick auf das umfangreiche erstmals veröffentlichte Material einer Dissertation gleich. Sie enthält wesentliche Einsichten über eine nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern auch für die jüngere Kunstgeschichte bedeutungsvolle Persönlichkeit.

in: Frankfurter Allgemeine, 5.9.2018 (Auszug)

Dorothea Baer-Bogeschütz, Kenntnisreiche Biografie der Malerin Hanna Bekker vom Rath

Die unkonventionelle Frau, die Emanzipation und Künstlerförderung lebte, sich einsetzte für die Gleichberechtigung und im Krieg in Berlin „Ausstellungen der Verfemten“ zeigte, war eine deutsche Peggy Guggenheim insofern, als sie nur ihrem Kunstgespür folgte, sich über Konventionen hinwegsetzte. Bekker vom Rath stieg schon mal auf einen Tisch, um sich Gehör zu verschaffen. Sie mache „zwei gefährliche Dinge“, tat sie 1932 kund, Autofahren und Rauchen. …
Ihre Galerie, das nach ihr benannte Frankfurter Kunstkabinett, bestand bis vor zwei Jahren. „Kommen Sie rein, Sie müssen nichts kaufen, gucken Sie“, lockte die Ausnahmegaleristin. Nach den Ausführungen ihrer Enkeltochter darf man wagen zu sagen: Kaufen Sie die Biografie „Hanna Bekker vom Rath, Handelnde für Kunst und Künstler“, sie wird Sie nicht loslassen.

in: Wiesbadener Kurier, 17.9.2018 (Auszug)

Sarah Plass: Hanna Bekker vom Rath – Wie Zivilcourage Leben rettet

Mit einer Zigarette im Mundwinkel und dem Who is Who der deutschen Kunstszene des beginnenden 20. Jahrhunderts um sich herum versammelt – so könnte man Hanna Bekker beschreiben … Über das Leben ihrer unkonventionellen Großmutter hat jetzt Marian Stein-Steinfeld eine Biografie geschrieben. Hunderte Dokumente und persönliche Briefe aus ihrem Nachlass hat sie dafür verwendet. Darunter auch Fotos von dieser ungewöhnlichen Frau. … Sie war sehr sicher sehr unkonventionell. Es mal jemand gesagt, sie war eine Rebellin mit guter Kinderstube“, erinnert sich Stein-Steinfeld.

Hauptsache Kultur, 1.11.2018, HR-Fernsehen, © hr-fernsehen

Barbara Schmidt: Marian Stein-Steinfeld hat ein Buch über das Leben ihrer Großmutter Hanna Bekker vom Rath geschrieben

Über die Sammlerin und Kunstmäzenin Hanna Bekker vom Rath, die im Blauen Haus berühmte und von den Nazis verfemte Künstler beherbergte, gibt es ein neues Werk, das zum Teil ein Bilderbuch sein musste, wie die Autorin findet. …
Ein wunderbares Buch ist es geworden. „Ein Zwei-Jahres-Projekt“, habe sie gedacht, als sie 2010 anfing, verrät sie mit einem Lächeln. Viel mehr Stoff als zunächst gedacht, war zu bewältigen. „Je mehr man findet, desto mehr muss man dann auch in die Tiefe gehen“, sagt Stein-Steinfeld. Entsprechend umfangreich ist die Biografie geworden. Sauber trennt die 64-Jährige darin, was sie aus eigenem Erleben noch erzählen kann, von dem, was ihre jahrelangen Recherchen ergaben. Das Kapitel „Aus persönlichem Blickwinkel“ ist der eigentlichen Biografie vorangestellt – und es führt doch gleich mitten hinein in dieses besondere Leben im Blauen Haus, das Marian Stein-Steinfeld als Kind gar nicht so besonders erschien. Sie habe ja nichts anderes gekannt, sagt sie. …

in: Frankfurter Neue Presse, 29.12.2018 (Auszug)

Stefanie Blumenbecker: Marian Stein-Steinfeld, „Für meine Großmutter Hanna Bekker war jeder künstlerisch schaffende Mensch wichtig und zu unterstützen.“

Marian Stein-Steinfeld ist die Enkelin von Hanna Bekker vom Rath und hat diese bis zu ihrem 30. Lebensjahr als wesentlichen Teil ihrer Familie erlebt. Stein-Steinfeld hat Kunstgeschichte studiert und gilt als die profundeste Kennerin des Lebens und Wirkens von Hanna Bekker vom Rath.
Hanna Bekker vom Rath ist eine der zentralen Gestalten der deutschen Kunstszene des 20. Jahrhunderts. 1893 wurde sie in eine der besten Frankfurter Familien hineingeboren. Die ersten Schritte hin zur Malerei waren Zeichenunterricht und Kunststudium. Ihre Berufung fand Bekker vom Rath jedoch nicht als Künstlerin, sondern als Künstlerfreundin, Sammlerin und Mäzenin. Durch ein üppiges Erbe finanziell unabhängig, begann sie ihre Sammlung expressionistischer Kunst aufzubauen.
Nach dem Krieg eröffnete Bekker vom Rath in Frankfurt ihre Galerie – das Kunstkabinett. Als Botschafterin der Kunst organisierte sie weltweit Ausstellungen, um zu zeigen, dass die Deutschen nicht nur hässliche Nazis sind.

Veröffentlicht am 10.05.19 um 19:54 Uhr, Quelle: © hr2